20.000 Menschen aus Schuldenfalle befreit01.07.09

In den vergangenen zehn Jahren sind in Schleswig-Holstein 20.000 Frauen und Männer mit Hilfe des Verbraucherinsolvenzverfahrens aus der Schuldenfalle befreit worden. Bundesweit konnte 500.000 Menschen geholfen werden. In Deutschland sind fast drei Millionen Haushalte überschuldet – etwa 7,3 Prozent aller Haushalte. In Schleswig-Holstein sind es rund 100.000 Haushalte. Der Landesarmutsbericht von 1999 hatte noch 80.000 Haushalte ausgewiesen. Besonders zugenommen haben die Verfahren zur Verbraucherinsolvenz – in den vergangenen zehn Jahren bundesweit von 3.000 auf 98.000, in Schleswig-Holstein von rund 100 im Jahr 1999 auf über 4.000 im Jahr 2008. Seit Anfang 1999 gibt es das  Verbraucherinsolvenz- verfahren. Ein Schuldner kann nach Abschluss des Verfahrens von Restschulden befreit werden, um so die Chance auf einen wirtschaftlichen Neustart zu bekommen. Die gesetzliche Regelung war eine Reaktion auf zunehmende Überschuldungen von Privatpersonen. In Schleswig-Holstein arbeiten 36 anerkannte Schuldnerberatungsstellen, Träger sind überwiegend die Wohlfahrtsverbände. Die Koordinierungsstelle ist dem Diakonischen Werk Schleswig-Holstein angegliedert. In der Regel führen mehrere Faktoren in die Schuldenfalle. Hierzu gehören Scheidung oder Trennung, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder der Wegfall des für sicher gehaltenen Zweiteinkommens. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind alleinerziehende Frauen. Studien belegten, dass Kinder aus überschuldeten Haushalten in ihrer sprachlichen, sozialen und gesundheitlichen Entwicklung benachteiligt sind. 53,4 Prozent der Überschuldeten sind Männer, 46,6 Prozent Frauen. (epd)