Mal oben, mal unten06.12.08
HEMPELS-Verkäufer über die schönsten und schlimmsten Erlebnisse 2008
Ein Jahr neigt sich langsam dem Ende zu, und es gehört zu den ureigensten menschlichen Bedürfnissen, die vergangenen Monate noch einmal Revue passieren zu lassen.Wir haben einige unserer Verkäuferinnen und Verkäufer gefragt, welche ganz persönlichen Erlebnisse sie in diesem Jahr 2008 besonders bewegt haben, positiv wie negativ. Die Antworten beschreiben Momente außergewöhnlicher Freude oder übergroßer Trauer. Besondere Freude, die vielleicht half, auch dem nächsten Tag mit ungebrochener Zuversicht zu begegnen. Und tiefe Trauer, die dennoch nicht hat verzweifeln lassen an dem verspürten Schmerz. Große wie kleine Momente werden erzählt, die Teil menschlichen Lebens sind – draußen auf der Straße so wie überall anders auch. Mit ihren Beiträgen bedanken sich die Verkäufer – stellvertretend im Namen all ihrer Kolleginnen und Kollegen – zugleich bei ihren Kunden für die auch in diesem Jahr erfahrene große Unterstützung. Auch Redaktion und Anzeigenabteilung wünschen allen Lesern, Anzeigenkunden und ehrenamtlichen Helfern eine angenehme Weihnachtszeit und ein Gutes Jahr 2009!
Dirk Wulf, 40
Als ich erfuhr, dass ich seit vergangenem April an einer Qualifizierungsmaßnahme des Jobcenters teilnehmen darf, da war das für mich der absolut schönste Moment in diesem Jahr. Ich will mich nämlich weiterbilden, irgendwann einen richtigen Job finden, am liebsten als Zweiradmechaniker. Seit 2003 bin ich arbeitslos und beziehe Hartz IV. Mit dem Verkauf von HEMPELS verdiene ich mir seit anderthalb Jahren ein kleines Zubrot. Über die zehnmonatige Jobcentermaßnahme kann ich mir jetzt PC-Kenntnisse aneignen – heutzutage braucht man die ja, egal in welchem Job. Hoffentlich werdeich nicht enttäuscht,was meinen Wunsch nach fester Arbeit betrifft! Mein größte Enttäuschung in diesem Jahr? Die habe ich im vergangenen Februar erlebt, als meine 18-jährige Tochter aus unserer gemeinsamen Wohnung auszog.Wir hatten Streit bekommen, so wie das manchmal ist zwischen – in meinem Fall – allein erziehendem Vater und erwachsen gewordenem Kind. Trotzdem hat mich das sehr getroffen, weil ich den Konflikt nicht verhindern konnte. Immerhin haben wir es inzwischen geschafft, ein wieder halbwegs normales Verhältnis zueinander zu bekommen.
Richard Jensen, 48
Keine Frage, einer der schönsten Momente war in diesem Jahr für mich, als meine Mischlingshündin Cheyenne am 21. Juli zehn gesunden Welpen das Leben schenkte! Ich bin ja so verrückt nach Hunden, die Gesellschaft von Cheyenne ist mir wirklich wichtig. Aber ebenso schön sind immer wieder die Worte meiner Partnerin gewesen, wenn sie mir ihre Liebe versichert hat. Das baut mich sehr auf und gibt mir Kraft! Mein schlimmster Moment war ein Tag im August. Ich hatte bis dahin viel zu viel Alkohol getrunken, als meine Partnerin mir ernsthaft aufzeigte, dass dadurch unsere Partnerschaft auf dem Spiel steht. Unser Vertrauensverhältnis hatte durch meinen übermäßigen Konsum schon sehr gelitten. Jedenfalls ist mir an dem Tag klar geworden, dass ich Veränderungen bewirken muss. Inzwischen habe ich eine Entgiftung gemacht und hoffe, dass ich auch künftig trocken bleibe. Gleichzeitig muss ich sehr mühsam versuchen, das Vertrauensverhältnis zu meiner Partnerin wieder so herzustellen, wie es früher war. Und ich will beruflich wieder Fuß fassen. Der HEMPELS-Verkauf hilft ja sehr, wieder eine Struktur im Leben zu bekommen. Aber irgendwann möchte ich einen „richtigen“ Job haben.
Maike Bertling, 36
Es war ein wunderschöner Tag im vergangenen Mai: Meine gute Freundin Astrid überreichte mir da ein kleines, schön verpacktes Präsent. Kurz vorher waren wir zusammen auf einem Konzert des Sängers Matthias Reim. Solche Konzertbesuche bedeuten mir sehr, sehr viel. Und schon ein paar Mal habe ich Matthias Reim dabei persönlich kennen lernen dürfen. Und was soll ich sagen? Irgendwie hat er bei unserem bis dahin letzten Besuch erfahren, wann ich Geburtstag habe. Also hat er ein Schmuckstück gekauft und dieses Präsent meiner Freundin mitgegeben, damit sie es mir an meinem Geburtstag in seinem Namen überreicht. Die Freude, die ich dabei empfunden habe, spüre ich bis heute in mir! Bei meinem negativsten Erlebnis des vergangenen Jahres ging es um Geld. Mit einer früheren Bekannten hatte ich verabredet, dass wir uns die Kosten für ein Handy teilen. Als es dann zu einem Gerichtstermin kam,wollte sie sich daran nicht mehr erinnern. So sind die ganzen Kosten an mir hängengeblieben. Ich hätte vorher nicht geglaubt, dass man sich in einem Menschen so täuschen kann!
Jürgen Becker, 50
Mein allerschönster Tag in diesem Jahr war einer im April. Was für ein schöner und glücklicher Moment war das, als ich meinem 16-jährigen Sohn endlich einen Schlüssel für meine kleine Wohnung geben konnte. Wann immer er will, kann er jetzt zu mir zu Besuch kommen. Mir bedeutet das viel; seit 1996 lebt mein Junge mit seiner Mutter zusammen und hatten wir keinen Kontakt mehr zueinander. Kurz vor Weihnachten vergangenes Jahr hatte er mich erstmals nach elf langen Jahren der Trennung wieder besucht. Über dieses Wiedersehen haben wir beide uns riesig gefreut. Ich hoffe, dass wir den Kontakt jetzt nie wieder verlieren werden! Ob es in diesem Jahr auch einen wirklich unangenehmen oder gar schrecklichen Tag gab? Nein, nicht einen. Hätte man mir vor ein paar Jahren diese Frage gestellt, dann hätte ich wohl das eine andere Erlebnis zu erzählen gehabt. Aber jetzt? Mein Leben wird einfach immer besser! Na gut, eine unangenehme Zeit gab es schon. Das waren die Wochen zwischen Februar und Mai, als ich mit einer Nierenentzündung zu kämpfen hatte. Gesundheitlich war das nicht schön. Aber emotional? Da gehts mir wirklich gut inzwischen.
Jimmy Gerschau, 37
Es gab nicht nur einen schlimmen Tag in diesem Jahr – jeder Tag der ersten vier Monate war quälend schlimm. Vier Monate lang, jeden Tag, musste ich noch in der Wohnung leben, in der kurz vorher völlig überraschend mein guter, langjähriger Freund Carsten in meinen Armen gestorben war. Seit ein paar Jahren lebten wir zusammen in einer Wohngemeinschaft , zu der ursprünglich auch noch unser Freund Willi gehörte.Willi war jedoch bereits vor etwa zwei Jahren Jahren gestorben. Es war der 30. November des vergangenen Jahres, als ich nach Hause kam und sah, dass es Carsten nicht gut ging. Urplötzlich fiel er dann in meine Arme. Ich habe noch versucht, ihn wiederzubeleben und gleich nach dem Rettungswagen gerufen. Aber als der nach endlos lang erscheinenden Minuten eintraf, war Carsten nicht mehr zu helfen. Für mich ist das ein Schock gewesen, der mich unglaublich traurig gemacht hat. Erst war ja Willi in dieser Wohnung gestorben - und nun auch noch Carsten! Jede weitere Stunde, die ich mich seitdem in dieser Wohnung und in diesem Haus aufhalten musste, war unerträglich für mich. Das Verlangen, raus zu müssen aus dieser Umgebung, ist so stark geworden, dass ich mich um eine neue Wohnung bemüht habe. Zusammen mit meiner Freundin Melanie, die auch als HEMPELS-Verkäuferin arbeitet, wohne ich jetzt in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung ganz woanders. Und damit bin ich auch schon bei meinem schönsten Erlebnis in diesem Jahr: Das war der 1. Mai, der Tag, an dem ich endlich aus der Wohnung ausziehen konnte, in der erst mein Freund Willi und dann mein Freund Carsten starben.






