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„HEMPELS passt einfach nach Lübeck“06.12.08

Noch trägt er den alten Verkäuferausweis von BESSERE ZEITEN: Achim Strehl bietet künftig in Lübeck HEMPELS an.

Noch trägt er den alten Verkäuferausweis von BESSERE ZEITEN: Achim Strehl bietet künftig in Lübeck HEMPELS an.

Kooperation mit Vorwerker Diakonie ermöglicht Erscheinen in der Hansestadt

Achim Strehl ist ein alter Hase. Seit im Dezember 1996 die erste Ausgabe des Lübecker Straßenmagazins BESSERE ZEITEN erschien, hat der heute 56-Jährige praktisch vom ersten Tag an als Verkäufer mitgearbei- tet. Stets war er in seinem Revier vor Schümann-Schuhe in der Holstenstraße für seine Kunden erreichbar. „An der Ecke gehöre ich praktisch zum Inventar“, erzählt Strehl. Er schätzt, in all den Jahren ein paar tausend Hefte verkauft zu haben. Künftig wird er dort wieder regelmäßig anzutreffen sein, dann mit HEMPELS in der Hand. „Ich bin sicher, auch HEMPELS findet seine Käufer. Das Heft passt nach Lübeck. Meine Stammkunden haben in letzter Zeit immer wieder gefragt, wie es weiter geht – schön, dass das jetzt klar ist.“

Es geht weiter in der Hansestadt: Vor zwölf Jahren ursprünglich von der örtlichen Vorwerker Diakonie gegründet, hat später der Anfang 2002 entstandene Verein BESSERE ZEITEN für ein zumeist vierteljährliches Erscheinen der Straßenzeitung gesorgt. Die Zeitung ist dabei stets Stimme gewesen gegen soziale Ausgrenzung und für die Wahrung der Interessen am gesellschaftlichen Rand stehender Menschen – eine wichtige Aufgabe in einer Region wie Lübeck, die bedeutsamer Impulsgeber ist für die soziale und politische, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung des nördlichsten Bundeslandes. Im vergangenen Jahr 2007 erschien die vorübergehend letzte Ausgabe des Magazins. Andreas Pahlke, Bereichsleiter Soziale Hilfen bei den Vorwerkern und einer der Zeitungsgründer: „Die Arbeit war immer ehrenamtlich strukturiert.Viele Helfer sind in mehreren Ehrenämtern engagiert, ein regelmäßiges Erscheinen konnte so in den vergangenen Monaten nicht gewährleistet werden.“

Dass ab sofort HEMPELS jeden Monat neu in der Region Lübeck erscheint, ist einer Kooperation mit der Vorwerker Diakonie zu verdanken. Eine eigene Redaktion wird sowohl das politische und soziale Leben der Hansestadt spiegeln wie auch die Schicksale unserer Verkäuferinnen und Verkäufer. Schicksale von Menschen, die im Leben das eine oder andere Mal gestrauchelt sind, die aber immer wieder Kraft suchen, um aufstehen zu können und denen dabei „ihre“ Straßenzeitung wichtiger Ankerplatz ist.

Es sind Menschen wie der langjährige BESSERE ZEITEN-Verkäufer Achim Strehl, der ursprünglich aus der Nähe von Magdeburg stammt. Nach der Wende, erzählt er, sei er zunächst ein paar Jahre auf Trebe in Deutschland und ganz Europa gewesen. „Irgendwann bin ich wohnungslos in Lübeck gelandet“, so der gelernte Schlosser, der in der DDR unter anderem Traktoren montiert hat. Und er erzählt von guten und von schlechten Zeiten, von dem Leben in Frankreich und von dem Sozialamt in einem längst vergessenen Ort, in dem es neben etwas Geld auch eine Falsche Rotwein mit auf den Weg gab. „In Lübeck gab man mir den Tipp, in die Zentrale Beratungsstelle der Vorwerker Diakonie zu gehen. Da habe ich Kontakt zu BESSERE ZEITEN bekommen und irgendwann auch eine Wohnung.“

Für ihn ist der Verkauf nicht nur wegen des bescheidenen Zuverdiensts eine wichtige Sache. „Man lernt viele Leute kennen, kann sich unterhalten und einfach etwas Sinnvolles tun.“ Seine Verkaufstätigkeit hat ihm auch weitere Arbeitsgelegenheiten verschafft. So ist er Aufsicht in der Lübecker Ägidienkirche geworden. „An meinem Stammplatz hatte man mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könne – na klar war ich dabei.“ Klar ist für ihn auch, dass er weiter verkauft an seinem Stammplatz in der Holstenstraße. „Nur eben jetzt HEMPELS.“