Jahresbericht 2007
Wie viel Geld wir 2007 eingenommen haben – und was wir damit machen
Diese Zahl macht uns stolz: Im vergangenen Jahr 2007 betrug unser Gesamtbudget 277.660 Euro. Deutlich mehr als eine Viertelmillion Euro also, die HEMPELS im jetzt dreizehnten Jahr seines Bestehens zu einem großen und aus der sozialen Hilfelandschaft Schleswig-Holsteins nicht mehr wegzudenkenden Beschäftigungsprojekt haben wachsen lassen.
13 Frauen und Männer, teilweise ohne Beschäftigungschance auf dem regulären Arbeitsmarkt, sind inzwischen fest bei uns angestellt – vom 400-Euro-Arbeitsverhältnis bis zur vollen 38,5-Stunden-Woche. Zusätzlich fanden im vergangenen Jahr neun langzeitarbeitslose Ein-Euro-Jobber Aufgaben in Büro, Suppenküche und Vereinscafé. Weitere zwölf Mitarbeiter/innen arbeiten ehrenamtlich in Küche und Café und erhalten von uns eine an Ein-Euro-Jobs angelehnte Aufwandsentschädigung. In der Summe konnten von uns 2007 so mehr als 151.000 Euro für Arbeitsstellen erwirtschaftet werden.
Noch hinzu kommt der Verdienst unserer im Jahresschnitt 100 Verkäuferinnen und Verkäufer zwischen Kiel und Husum, Rendsburg und Flensburg. Insgesamt knapp 105.000 Euro Einnahmen haben sie 2007 für sich erzielt – im Schnitt pro Kopf und Jahr 1050 Euro oder 87,50 Euro im Monat. Einigen Verkäufer/innen können wir zudem seit kurzem als eine von ganz wenigen deutschen Straßenzeitungen eine sozialversicherungspflichtige Festanstellung im Verkauf anbieten.
Doch inzwischen bietet HEMPELS nicht ausschließlich nur Arbeitsplätze. Der im vergangenen Jahr eingerichtete niedrigschwellige Sozialdienst unterstützt Betroffene bei der Schuldenregulierung oder bei Problemen mit Ämtern, um ihnen so einen Neustart zu ermöglichen. Unsere Aufenthaltsangebote bieten an 365 Tagen im Jahr armen und ausgegrenzten Menschen vom frühen Morgen bis in den späten Abend Schutzräume und helfen so auch, konfliktreiche Straßentreffpunkte in Kiels Innenstadt zu entlasten. Zudem helfen wir, Knastaufenthalte zu vermeiden: Im Rahmen von „Arbeit statt Strafe“ konnten im vergangenen Jahr bei uns insgesamt knapp 2000 Strafstunden in Vertrieb, Raumreinigung oder Café abgeleistet werden. Wer dennoch im Gefängnis landet und dort ohne Außenkontakte ist, wird im Rahmen unseres Projekts „Jail Mail“ beispielsweise zu Weihnachten mit sogenannten „Knastpaketen“ (Lebensmittel, Tabak u.ä.) versorgt. In Gründung befindet sich zudem eine eigene Stiftung zur Bekämpfung von Armut.
Dieses erfolgreiche Wachstum der Straßenzeitung sowie unserer zusätzlichen sozialen Angebote Suppenküche, Vereinscafé oder Sozialdienst wäre ohne Sie – die Leserinnen und Leser, unsere Förderer, Spender und Anzeigenkunden – nicht möglich. Dafür ein herzliches Dankeschön! Die nachfolgenden Grafiken zeigen, wie sich der Jahreserlös 2007 zusammensetzt und wofür wir dieses Geld ausgeben. Denn so wichtig wie Ihre Unterstützung unserer Arbeit ist zugleich das Wissen, dass dieses Geld effektiv verwendet wird. Interessierten bieten wir nach vorheriger telefonischer Anmeldung selbstverständlich die Möglichkeit, in unserem Büro weiteren Einblick in unsere Jahresbilanz zu nehmen: (04 31) 67 44 94.
Jochen Schulz, Geschäftsführung Jo Tein, Vorstand
Einnahmen Überblick
So setzt sich unser Jahreserlös zusammen:
37,6 % Verkaufserlös Straßenmagazin
31,9 % Zuschüsse *
12,2 % Einnahmen Suppenküche
9,5 % Einnahmen Café „Zum Sofa“
4,8 % Geldspenden/Mitgliedsbeiträge
3,4 % Anzeigen
0,7 % Sonstiges **
* Der Trägerverein HEMPELS e. V. erhält zweckgebundene Zuschüsse von der Stadt Kiel und vom Sozialministerium Schleswig-Holstein für die Übernahme sozialer Aufgaben sowie Lohnkostenzuschüsse von der Arbeitsverwaltung. Im Wesentlichen dienen diese Zuschüsse dem Betrieb des Vereinscafés „Zum Sofa“, der Einrichtung eines niedrigschwelligen Sozialdienstes sowie der Öffnung einer werktäglichen Trinkhalle in unseren Räumen und in Regie der Stadt Kiel.
** Zinserlöse für vorübergehende Rückstellungen
Ausgaben Überblick
Dafür geben wir das Geld aus:
55,3 % Personalkosten
9,0 % Raum- und Energiekosten
35,7 % Sachkosten *
1,6 % Rücklagen
* Der größte Posten sind hier die Druckkosten für das Magazin mit knapp 30.000 Euro. Zu den Sachkosten gehören auch sämtliche Wareneinsätze für Suppenküche und Café sowie die Ausgaben für Büromaterialien, Telefon oder Versicherungen.

