Eine Wohnung ist wie eine zweite Haut12.02.16

Foto: Heidi Krautwald

Mit zahlreichen Mitgliedern aus der HEMPELS-Familie, Freunden, Vertretern der Diakonie sowie Gästen aus Landespolitik und Kommunalverwaltung haben wir von HEMPELS gestern, am 11. Februar, das 20-jährige Bestehen unseres Straßenmagazins gefeiert. Wie ein roter Faden zog sich das leider immer noch aktuelle Thema der Wohnungslosigkeit durch die Veranstaltung im Landeshaus.

„Eine Wohnung ist so etwas wie eine zweite Haut“, mit dieser Aussage brachte Landespastor Heiko Naß vor rund 150 Gästen auf den Punkt, was es bedeutet, keine Wohnung zu haben. Man habe nicht nur kein Dach über dem Kopf, sondern auch keine Rückzugsmöglichkeit, keine Sicherheit und keinen Raum, in dem man so sein könne, wie man wolle. Wohnungslosigkeit zieht weitere Probleme im Leben nach sich oder, wie Werena Rosenke, die stellvertr. Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe, es ausdrückte: „Eine Wohnung ist nicht alles, aber ohne Wohnen ist alles nichts.“

In unserer Gesellschaft gibt es noch immer viel zu viele Menschen, die das Grundbedürfnis nach Wohnen nicht erfüllt bekommen, weil Wohnraum fehlt, weil Wohnraum nicht einfach an Wohnungslose vergeben wird, weil... Die Gründe sind ebenso vielfältig wie die Lösungsansätze.

Und damit wird ein dringliches Anliegen von HEMPELS auf den Punkt gebracht: Wohnraum zu schaffen für diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Trotz neuer politischer Programme wird es schwer, aus der Wohnungswirtschaft heraus, Lösungen zu finden. Deshalb ist die Basis gefragt. „Wir müssen aus dem gemeinnützigen Bereich heraus Wohnraum schaffen“, sagte Jo Tein, Vorstandsvorsitzender des HEMPELS e.V. bei der Podiumsdiskussion. Und dieser Ansatz wird bereits in die Tat umgesetzt.

Die im vergangenen Jahr unter dem Dach der DIAKONIE STIFTUNG Schleswig-Holstein gegründete HEMPELS-Stiftung sammelt Mittel, um Immobilien für Wohnungslose zu erwerben und an diese zu vermieten. Auf Wunsch der zukünftigen Bewohner kann eine sozialpädagogische Begleitung in der Anfangszeit erfolgen. Als konkrete Hilfe werden perspektivisch in der nächsten Zeit Einheiten als Bestandswohnungen oder feste mobile Wohneinheiten entstehen. Damit wird im Kleinen begonnen, was im Großen fortgeführt werden kann. „Wir setzen ein klares Signal“, so Tein.

Das löst sicherlich nicht das strukturelle Problem, aber HEMPELS setzt damit Zeichen und hilft einigen Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt keine Chance haben. Letztendlich sind alle Akteure aus der Gesellschaft gefragt. Auch die Stiftung ist auf Unterstützer angewiesen. Naß: „Jeder der etwas zuwenden möchte, ist herzlich willkommen.“

Text: Hilke Ohrt

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