Wohnungslose in Kiel erfasst07.07.17

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Wer wissen will, wie hoch die Zahl der Obdachlosen bei uns ist, muss sich mit diversen Schätzungen zufrieden geben. Kiel hat jetzt mit dem aktuellen Sozialbericht die Zahl der akuten Wohnungsnotfälle in der Landeshauptstadt veröffentlicht.

Die Bunderegierung hatte im Dezember 2016 die Zahl von rund 335.000 Wohnungslosen in Deutschland angegeben. Das ist ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. Unter ihnen sind 29.000 Kinder. Die Angaben beruhen auf Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe.

Denn Wohnungslose werden in Deutschland nicht gezählt und eine offizielle Statistik existiert nicht. Dabei wären verlässliche Daten wichtig, damit man gezielter helfen kann, meint auch HEMPELS. Der Einsatz der ohnehin knappen Mittel könnte dann gezielter gesteuert werden, um den Betroffenen besser zu helfen.

Deshalb ist es ein erster Schritt in die richtige Richtung, wenn einzelne Städte ihre Wohnungslosen zählen. Kiel hat in dem Ende Juni 2017 veröffentlichten Sozialbericht 2017 die akuten Wohnungsnotfälle für 2016 veröffentlicht. Die Stadt erfasst damit wird die Anzahl der Personen, die aktuell von Obdachlosigkeit betroffen oder von Obdachlosigkeit bedroht sind.

Bereits in den 1990er Jahren gab es eine Wohnungsnot; sie war damals durch die Wende beziehungsweise die Wiedervereinigung bedingt. Seit damals gehört Kiel zu den Großstädten, die Entwicklungen in diesem Bereich beobachten und die akuten Wohnungsnotfälle registrieren. Die Dunkelziffer ist dabei allerdings nicht erfasst.

Nach einem in den Jahren 2008 bis 2011 stagnierenden Verlauf sei die Zahl der akuten Wohnungsnotfälle im Jahresdurchschnitt ab 2012 deutlich angestiegen, heißt es im Sozialbericht.  Mit Stichtag 31.12 .2016 seien insgesamt 1.660 Wohnungsnotfälle registriert worden; ein Plus von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Entwicklung habe sich durch die Zuwanderung 2015 und 2016 verschärft, weil zunehmend Asylberechtigte ohne eigene Wohnung auf den Wohnungsmarkt gekommen seien. Zum Jahresende seien das insgesamt 708 Menschen beziehungsweise 42,6 Prozent der Wohnungsnotfälle gewesen.

 HO