Fragen, die Mieter nicht beantworten müssen01.11.15

Um die „Selbstauskunft“ beziehungsweise das Ausfüllen von Fragebögen kommt heute kein Wohnungssuchender mehr herum. Gefragt wird aber nicht nur wirklich Wissenswertes, sondern häufig auch Privates oder gar Intimes.

Die Beantwortung der Vermieterfragen ist freiwillig. Allerdings: Wer nicht mitspielt und nicht antwortet, hat kaum eine Chance, die gewünschte Wohnung zu bekommen. Deshalb empfiehlt der Kieler Mieterverein auch, alle Fragen zu beantworten. Allerdings muss die Antwort dabei nicht immer hundertprozentig stimmen.

Fragen, an denen der Vermieter ein berechtigtes Interesse hat, müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Das sind alle Fragen, mit denen abgeklärt werden soll, ob der Mieter die zukünftige Wohnung bezahlen kann. Fragen nach dem Einkommen und nach dem Arbeitsplatz. Wahr antworten muss man auch, wenn es darum geht, wer und wie viele Personen in die Wohnung einziehen sollen.

Anders sieht es aber bei Fragen aus, die mit dem Mietvertrag nicht unmittelbar etwas zu tun haben. Zum Beispiel, ob Kinder geplant sind, ob die Ehefrau schwanger ist, ob der Ehepartner Ausländer ist, ob Vorstrafen vorliegen, wie man sich die ideale Wohnungseinrichtung vorstellt kann der Mieter beantworten, wie er will. Oder hier kann die Antwort gewählt werden, die dem Vermieter wahrscheinlich am besten gefallen wird. Zum Beispiel: Wie oft erhalten Sie Besuch? Antwort: Selten, ich bin ein stiller und ruhiger Mieter. Kein Vermieter will, dass es in seinem Haus wie in einem Taubenschlag zugeht. Welche Musikrichtung bevorzugen Sie? Antwort: Klassik. Kein Vermieter will eine Diskothek im Haus und laute Heavy-Metal-Musik stört den Hausfrieden. Lieben Sie Tiere? Antwort: Ja, aber ich bin zu oft außer Haus, ich kann weder Hund noch Katze halten. Sind Sie Raucher? Antwort: Nein. Sie können sicher sein, so eine Frage kommt nur von Nichtrauchern.