Makler: Wer bestellt, muss auch bezahlen01.08.15

Das Maklerrecht hat sich für wohnungssuchende Mieterinnen und Mieter entscheidend geändert. Bisher war (und ist es zunehmend) schwierig, eine preiswerte Wohnung oder überhaupt eine Wohnung zu finden.

War die Suche dann endlich erfolgreich, blieb dem Mieter regelmäßig nichts anderes übrig, als nach dem Motto „Vogel friss oder stirb“ die vorgelegten Vertragsbedingungen zu akzeptieren. Mindestens zwei Monatsmieten Provision waren fällig.

Haben Sie sich auch oft gefragt, für wen der Makler dabei gearbeitet hat? Wie oft wurde auf Ihre Bitte hin eine Schönheitsreparaturklausel gestrichen, weil die Wohnung abgewohnt übernommen wurde? Wie oft konnten Sie über den Makler erfolgreich eine Inklusivmiete verhandeln? War das im Ansatz überhaupt möglich? Wurde nicht vielmehr häufig einfach im Mietvertrag ein sogenannter „gegenseitiger Kündigungsverzicht“ gefordert, den Sie selbst eigentlich gar nicht wollten?

Seit 1. Juni 2015 ist ein neues Maklerrecht in Kraft. Motto: „Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.“  Auch Mieter zahlen dann nur noch eine Provision an Makler, wenn sie einen entsprechenden Auftrag erteilt haben, er/sie aufgrund dieses Auftrags eine Wohnung für den Mieter gesucht und gefunden hat und schließlich auch ein Mietvertrag abgeschlossen wurde.

Lassen Sie uns genau beobachten, ob die im Grunde einfache Auftraggeber-Pflicht im Maklerrecht akzeptiert wird, denn Anbieter ist in der Regel der Vermieter. Haben Mieter trotzdem bezahlt, kann die Provision zurückgefordert werden. Aber Achtung: Der Anspruch verjährt nach drei Jahren.