Mieter müssen nicht mit Schimmel durch falschen Schrankaufbau rechnen31.05.18

Haben Sie sich schon einmal gewundert, dass Ihr Vermieter vorschreiben wollte, wie Sie Ihre Möbel in der Wohnung aufstellen? Nun, jeder, der mit Feuchtigkeit und Schimmel in seiner Wohnung zu tun hatte, wird früher oder später mit derartigen Forderungen konfrontiert.

Dennoch können Mieterinnen und Mieter auch dann die Miete mindern, wenn sie den Mangel wegen einer fehlerhaften Möblierung zwar verursacht haben, dieser Fehler von ihnen aber nicht zu vertreten ist. So urteilte das Landgericht Lübeck (1 S 106/13) und stützte seine Entscheidung auf ein Sachverständigengutachten, wonach als Grund für den Schimmel im Schlafzimmer ein Baumangel ausgeschlossen werden könne. Aber danach war auch falsches Heizen und Lüften des Mieters als Grund nicht feststellbar. Ursächlich, so der Sachverständige, sei ein großer Kleiderschrank an der nördlich gelegenen Außenwand des Schlafzimmers, der eine Zirkulation der Luft verhinderte.

Das Landgericht bestätigte, dass Mieter nicht damit rechnen müssten, dass das Aufstellen des Schrankes zur Schimmelbildung an der Wand führen würde. Derartige Kenntnisse bauphysikalischer Zusammenhänge können nicht vorausgesetzt werden, da der Sachverständige selbst nicht eindeutig sagen konnte, wie groß ein Schrank an der Außenwand maximal hätte sein dürfen, um den Schimmel zu verhindern. Am besten sei es, so der Sachverständige, man stelle gar keinen Schrank an die Wand.

Das war aus fachlicher Sicht vielleicht nachvollziehbar, ist für ein Mietverhältnis aber völlig abwegig, jedenfalls wenn bei Vertragsabschluss nicht auf besondere Risiken hingewiesen wurde. Möblieren Sie also weiter Ihre Wohnung, wie Sie sich diese vorstellen. Es schadet aber auch nicht, wenn Sie zur Vermeidung von Schäden einige Zentimeter von der Fußleiste fern bleiben.

Lesen Sie diesen Monat eine Kolumne von Heidrun Clausen, der Geschäftsführerin des Kieler Mietervereins.