Schimmel: was Mieter beachten müssen01.12.16

Da ist sie wieder, die nasse Jahreszeit mit viel Wind und Regen und vielleicht Schnee. Nach einem Spaziergang zieht man sich gerne in die Wohnung zurück und genießt gemütlich in der Wärme bei einem heißen Tee oder Kaffee den Blick nach draußen.

In vielen Wohnungen ist aber das Wohlbefinden drinnen durch Feuchtigkeit und Schimmel getrübt, die sich oft erst versteckt hinter Möbeln entwickeln und zu den häufigsten Mängeln gehören. Manchmal ist das Regenfallrohr gerissen oder Dachpfannen haben sich im Sturm verschoben. Nicht immer ist die Ursache leicht zu finden.

Haben Sie als Mieter den Vermieter über die Feuchtigkeit an den Wänden informiert, wird schnell mal entgegnet, Sie hätten falsch gelüftet und zu wenig geheizt. Stimmt das? Was kann Ihnen im Rahmen des vertragsgemäßen Gebrauchs zugemutet werden? Grundsätzlich muss der Vermieter nachweisen, dass kein Baumangel vorliegt. Erst dann stellt sich die Frage, ob der Mieter falsch gelüftet und geheizt hat. Die Wohnung soll mit 20 bis 22 Grad beheizbar sein, Sie müssen dies aber nicht ausschöpfen. Denn Energie einzusparen ist sinnvoll.

Das Landgericht Konstanz (61 S 21/12) erklärte zum Beispiel, dass eine Beheizung der Wohnung von durchschnittlich 18 Grad Celsius durchaus dem vertragsgemäßen Gebrauch entspricht. Die übliche Temperatur für das Schlafzimmer läge bei 16 bis 18 Grad. Die Temperatur könne bei berufsbedingter Abwesenheit abgesenkt werden. Auch an das übliche Lüftungsverhalten dürften keine überzogenen Anforderungen gestellt werden; dreimaliges Lüften sei ausreichend. Das ist im Regelfall auch nachvollziehbar, denn bei unserer durchschnittlichen Haushaltsgröße von unter zwei Personen wird der berufstätige Mieter – schon um die Miete zahlen zu können – tagsüber außer Haus sein und nur morgens, abends und beim Zubettgehen lüften. Ist man oder frau zu Hause, darf es gerne auch häufiger sein.