Wer bei Schlüsselverlust für Ersatz sorgen muss01.07.17

Dem Mieter sind bei Beginn des Mietverhältnisses sämtliche Schlüssel zu seiner Wohnungseingangstür und in ausreichender Anzahl für die Hauseingangstür zu überlassen. Was aber, wenn einer oder mehrere dieser Schlüssel im Laufe der Mietzeit verloren gehen.

Grundsätzlich ist der Mieter in einem solchen Fall schadensersatzpflichtig, wie der BGH entschied. Solange es sich um Schlüssel handelt, die ausschließlich in das Schloss der Wohnungseingangstür des Mieters passen, halten sich die Kosten in der Regel noch in Grenzen. Teuer wird es, wenn es sich um Schlüssel einer Schließanlage handelt, bei der der Zutritt mit dem verloren gegangenen Schlüssel zum Haus ermöglicht wird. In solchen Fällen kann der Verlust eines Schlüssels schnell zu vierstelligen Forderungsbeträgen des Vermieters führen. Allerdings macht der BGH hier zwei wesentliche Einschränkungen für die Schadensersatzpflicht des Mieters: Der Vermieter soll zunächst nur dann einen Schadensersatzanspruch gegen den Mieter haben, wenn er auf die Verlustmeldung des Mieters hin tatsächlich Schloss oder Schließanlage austauscht. Weiterhin soll ein solcher Anspruch nur dann bestehen, wenn konkret ein Missbrauch mit dem verloren gegangenen Schlüssel durch unbefugte Personen zu befürchten ist.


Zu diesem Thema wurde kürzlich vor dem Amtsgericht Kiel ein anschaulicher Sachverhalt verhandelt. In diesem Fall konnte der verklagte Mieter zur Überzeugung des Gerichts nachweisen, dass er die fehlenden Schlüssel bei einer Segelregatta auf der Kieler Förde verloren hatte. Das Gericht ging nachvollziehbar davon aus, dass hier die Möglichkeit des Missbrauchs der untergegangenen Schlüssel ausgeschlossen sei und wies die Klage des Vermieters auf Ersatz der Kosten für ein neues Schloss ab.