Wie lange Vermieter Betriebskosten abrechnen dürfen01.04.17

An dieser Stelle soll es heute mal wieder um das Thema gehen, das nahezu jeden Mieter betrifft: Die Abrechnung von Betriebskosten. Manchmal überrascht der Vermieter seinen Mieter nicht nur mit seiner Abrechnung über die Betriebskosten des abgelaufenen Abrechnungszeitraums, sondern sogar mit einer Nachbelastung für länger zurückliegende Zeiträume. Aber: Geht das überhaupt? Muss ich das als Mieter akzeptieren und bezahlen?

Der Grundsatz ist einfach: Ein Vermieter kann Betriebskosten nur dann gegenüber dem Mieter durchsetzen, wenn es hierfür eine mietvertragliche Vereinbarung gibt und seine Abrechnungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Dies ist ein Jahr nach dem Ende des Abrechnungszeitraumes der Fall. Von diesem Zeitpunkt an ist es dem Vermieter verwehrt, die Abrechnung um noch nicht berücksichtigte Kosten zu ergänzen.

Leider gibt es aber – wie bei jedem Grundsatz – Ausnahmen. So ist der Vermieter laut BGH berechtigt, die Abrechnung auch nach der Abrechnungsfrist noch für den Mieter zu verschlechtern, wenn er für die Verspätung nicht verantwortlich ist. Der Paradefall ist insofern eine Nachbelastung von Abgaben, etwa der Grundsteuer. Belastet die Gemeinde den Vermieter rechtmäßig im Nachhinein mit einer höheren Grundsteuer, so kann dieser die Kosten auch nach dem Ende der Abrechnungsfrist noch auf den Mieter umlegen.

Doch Vorsicht! Dies geht nur, wenn der Mieter die Betriebskostenart im Abrechnungszeitraum, den die Nachbelastung betrifft, tragen musste und der Vermieter ihn innerhalb von drei Monaten nach eigener Kenntnisnahme von den nachbelasteten Kosten informiert.

Die Antwort auf die oben aufgeworfenen Fragen lautet also: Möglicherweise! Auf jeden Fall lohnt sich es aber für den Mieter genauer hinzuschauen, wenn ihm eine solche Nachbelastung des Vermieters ins Haus flattert.