Werfen Sie einen Blick in die neue Juli-Ausgabe von HEMPELS!

Beim Straßenverkauf gelten für unsere Verkaufenden besondere Hygiene- und Abstandsregeln: Sie erhalten infektionshemmendes Schutzmaterial sowie die Möglichkeit, mit ausreichend Abstand zu ihren Kundinnen und Kunden einen kontaktlosen Verkauf anzubieten. Wie genau der kontaktlose Verkauf funktioniert, können Sie unter diesem Link nachlesen.

Baumjob

Ein Hobby aus Kindertagen hat Luca Voß zu seinem Beruf gemacht – und mit Engagement für Nachhaltigkeit verbunden. Wir blieben am Boden, als er auf eine Eiche stieg

Beginnen wir mit einem Rätsel: Was macht Luca Voß, 23, beruflich? Tipp eins: Auf seinem WhatsApp-Profilbild trägt er Kletter-Montur und steigt eine Felswand hinauf. Tipp zwei: Seine Status-Meldung darunter zeigt das Emoji eines Baums. Kommen Sie drauf? Gut, vielleicht haben Sie es schon aus Überschrift und Unterzeile geschlossen oder auf den Fotos erkannt – dann kommt die Auflösung jetzt nicht allzu überraschend. Wie dem auch sei: Luca Voß ist Baumkletterer.

Wie so viele kraxelte er schon als Kind gerne durchs Geäst, doch wie nicht ganz so viele verdient der junge Mann aus Görnitz im Kreis Plön heute sein Geld damit. »Als ich das erste Mal gehört habe, dass es einen solchen Job gibt, konnte ich es kaum glauben«, sagt er. Wobei Klettern nicht seine eigentliche Aufgabe ist, sondern der Weg zu ihr: Oben angekommen pflegt er gesunde Bäume und versucht kranke zu erhalten. Dazu gehört, dass er abgestorbene Äste absägt – so wie heute.

Mehr über Baumkletterer Luca Voß und sein Engagement für Nachhaltigkeit erfahren Sie in der aktuellen HEMPELS-Ausgabe. Ihr Exemplar bekommen Sie ab Donnerstag, 1. Juli, bei den Straßenverkaufenden Ihres Vertrauens!

»Bargeld ist ein Freiheitsrecht«

In einer großen Interview-Reihe vor der Bundestagswahl im September stellen 20 deutsche Straßenmagazine Berliner Spitzenpolitikerinnen und -politikern Fragen zu sozialen Themen. Diesen Monat Armin Laschet, Kanzlerkandidat der CDU und CSU

Herr Laschet, die Zahl der Obdachlosen wächst exponentiell: Sie hat sich in Hamburg genauso verdoppelt wie im kleinen Rain am Lech. Nehmen Sie diese Verelendung wahr?
Ja, das ist ein Problem, an dem Politik arbeiten muss. Ich selbst bin seit Jahren mit einer Wohnungs-Initiative in Aachen verbunden, Café Plattform. Da merkt man, dass es nicht nur um die Frage geht, ob eine Wohnung da ist oder nicht, sondern um sehr individuelle Lebensgeschichten. Wir brauchen mehr als nur ein Wohnungsbauprogramm, um Menschen da herauszuhelfen.

Die Verelendung ist auch ein Ergebnis von Armutszuwanderung: mehr als zwei Drittel der Betroffenen haben einen EU-Pass – aber keinen deutschen. Sie haben 2014 gesagt, die EU sei keine »Sozialunion«; der Staat solle Arbeitsmigrant/innen nicht dieselben Sozialleistungen bieten wie Deutschen. »DrOBs« aus Dresden wirft Ihnen vor, dass Ihr Ansatz das Problem noch verschärft habe …
... ich habe nur das europäische Recht erläutert. Für soziale Leistungen ist zunächst der Mitgliedsstaat zuständig, aus dem jemand stammt. Man kann zur Arbeitsaufnahme nach Deutschland kommen, aber man kann nicht einwandern und sofort Leistungen in Anspruch nehmen. Das ist nicht das Konzept der Europäischen Union.

Weiterlesen können Sie das Interview im Juli-Heft unseres Straßenmagazins!

Das Interview im Namen von 20 deutschen Straßenzeitungen – unter ihnen wir von HEMPELS – hat Annette Bruhns geführt, Chefredakteurin von Hinz&Kunzt in Hamburg. Es ist Teil einer großen Gesprächsreihe mit Berliner Politikspitzen vor der Bundestagswahl im September.

Schubladendenken

Schleswig-Holsteins Landesregierung bringt einen Aktionsplan gegen Rassismus auf den Weg. Dass rassistische Denkmuster immer noch allgegenwärtig sind, ist Alltag für Lara Lustina

»Ich möchte nicht über meine Hautfarbe definiert werden«, sagt Lara Lustina, »sondern als Mensch.« Und wie sie selbst sich anderen beschreiben würde? Am Besten, so die 24-jährige Deutsche mit kenianischen Wurzeln, fände sie die internationale Variante PoC, Person of Color. Und die perfekte Lösung? »Meine Hautfarbe sollte gar kein Thema sein.«

Lustina ist eine von mehreren hunderttausend Deutschen, deren Hautfarbe nicht weiß ist. Immer noch werden sie öfter als »Farbige« bezeichnet, ein Unterdrückung beschreibender Ausdruck aus der Zeit des Kolonialismus. Viele Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe lehnen ihn deshalb kategorisch ab und wünschen sich, als Schwarze Deutsche anerkannt zu werden. Sie selbst könne zwar mit »Farbige« als Beschreibung für sich umgehen, sagt Lustina, aber es sei gut, dass mit »Schwarze Deutsche« ein Begriff gefunden wurde, in dem sowohl die zweigeteilte Herkunft einer Person einen Platz finde wie auch die, wenn beide Elternteile aus einem Land stammen. »Aber wir bräuchten ihn überhaupt nicht, wenn endlich anerkannt werden würde, dass nicht nur Weiße Deutsche sein können.«

Den ganzen Bericht über Lara Lustina sowie ein Interview mit Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) zum Aktionsplan der Landesregierung finden Sie in unserer Juli-Ausgabe!