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HEMPELS 190 / Februar 2012

Erst wieder Wohnen lernen nach dem langen Leben auf der Straße

36 lange Jahre war Willi Wallner obdachlos. „Reisen ist mein Leben“, sagt der aus dem Schwabenland stammende frühere Binnenschiffer. Seit die Gesundheit nicht mehr so mitspielt wie einst, will der heute 60-Jährige sesshaft werden. In Husum, wohin es ihn in den vergangenen Jahren immer öfter zog und wo er auch als HEMPELS-Verkäufer arbeitet, hat er inzwischen eine Wohnung gefunden. Manchmal verbringt er trotzdem wieder eine Nacht draußen unter freiem Himmel. Über das schwierige Unterfangen, Langzeitobdachlosigkeit irgendwann endgültig hinter sich lassen zu können.

Auszug aus dem Text

 

Leben mit Hochsensibilität

Tim Didjoneit hat seine innere Ruhe beim Steinebalancieren gefunden (Foto: Grundert).

Die meisten Betroffenen spüren es schon ein Leben lang: Irgendetwas in ihrem Alltag ist anders. Sie gehen oft früh ins Bett, leiden schnell unter Reizüberflutungen, sind nicht so leistungsfähig wie andere, haben das Bedürfnis nach vielen Ruhepausen und Rückzugsmöglichkeiten. Manchmal zerbrechen Beziehungen daran, Arbeitsverhältnisse genauso. Doch die wenigsten Menschen wissen auch von den Ursachen dafür.

„Hochsensibilität ist ein Wesenszug, ein vererbbares Merkmal. So wie die Veranlagung für helle Haut oder dunkle Haarfarbe“, sagt Ulrike Hensel, die Coachings für Hochsensible anbietet. „Das Nervensystem ist bei diesen Menschen leichter erregbar. Reize werden intensiver, detaillierter und in einem größeren Spektrum wahrgenommen und verarbeitet“, so die Expertin, die selbst hochsensibel ist und gerade an einem Buch zum Thema schreibt.

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Im Schnitt mit 35.000 in der Kreide

Viele junge Leute stehen bei Telefongesellschaften in der Kreide. (Foto: Reuters).

Deutlich mehr überschuldete Menschen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein hat die Zahl überschuldeter Menschen deutlich zugenommen. 2010 gab es insgesamt 117.400 Frauen und Männer im Alter über 18 Jahren, die aus der Schuldenfalle ohne Hilfe nicht mehr herauskommen. Sie gelten als absolut überschuldet. Im Jahr 2004 lag deren Zahl noch bei 100.600 Menschen. Rechnet man noch jene Personen hinzu, die mindestens einen Zahlungsausfall wie eine offene und gemahnte Forderung aufweisen, dann haben in Schleswig-Holstein sogar 218.000 Menschen Zahlungsprobleme. Das sind 9,3 Prozent der Volljährigen, gegenüber 2004 eine Zunahme um ein Viertel. Dies geht aus einer wissenschaftlichen Untersuchung hervor, die das Diakonische Werk Schleswig-Holstein vorgelegt hat.

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„Meine Kunden wünschen mir gute Gesundheit“

HEMPELS-Verkäufer Ralf Jessen, 46, aus Husum über sein Leben

Wie gut das doch tut, wenn man so freundliche und aufmerksame Kunden hat wie ich, die einem gerade während einer Erkrankung Mut zusprechen und alles Gute wünschen! Das gibt mir viel Kraft und lässt mich optimistisch in die Zukunft blicken. Zum ersten Mal habe ich die in einem solchen Zusammenhang von vielen Kundengesprächen ausgehende Unterstützung vor gut zwei Jahren gespürt.Damals war bei mir ein bösartiger Tumor im Mundboden entdeckt worden und konnte auch erfolgreich operiert werden. Auf eine solche erfolgreiche Behandlung warte ich jetzt bei einem weiteren Tumor, der vor ein paar Monaten an meiner Lunge festgestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt kurz vor Weihnachten, da ich hier aus meinem Leben erzähle, weiß ich zwar noch nicht, wann genau die Operation vorgenommen werden wird. Aber bestimmt recht bald. Und wenn auch diese zweite Krebsoperation erfolgreich verlaufen sein wird, wartet bloß noch ein letzter medizinischer Eingriff auf mich. Dann wird nämlich eine Arterienerweiterung in meinem Kopf behandelt, ein sogenanntes Aneurysma.

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