In eigener Sache

HEMPELS gewinnt Award-Nominierung

Große Anerkennung für HEMPELS: Das Internationale Netzwerk der...

Videobericht über unsere Verkäuferin Inken Janssen

Thomas Heyse ist freiberuflicher Filmemacher aus Flensburg, der uns...

Helden des Alltags im NDR

NDR 1 rückt Obdachlosigkeit von HEMPELS-Verkäufern in den Mittelpunkt

HEMPELS 220 / August 2014

Tage wie dieser

Bernd Löwner war Referatsleiter in einem Ministerium. Jetzt ist er pensioniert und segelt regelmäßig mit ehemaligen Drogenabhängigen. Einfach nur so. Und um ihnen zu zeigen, dass das Leben auch schöne Erfahrungen bereithalten kann

Es ist kurz vor Zehn, als Marlitt einen Moment lang die Übersicht zu verlieren droht.
Eine Weile schon sitzt die junge Frau an diesem Vormittag an der Pinne und steuert die 24-Fuß-Segelyacht hinaus auf die Förde. Da hinten ein paar Meilen entfernt zwei ziemlich große Pötte, die stören uns aber nicht, ruft Marlitt, sind ja viel zu weit weg; Sven und die anderen jungen Männer nicken, auch sie kennen sich hier draußen auf dem Wasser schon ein klein wenig aus. Jetzt rasch ein Gruß hinüber zu den Burschen in den entgegenkommenden Ruderbooten, Marlitt hält weiter unbeirrt Kurs. Aber die Fähre da hinten rechts, läuft die nicht direkt auf Kollisionskurs?
Marlitt an der Pinne wirkt nun doch ein wenig nervös. Neben ihr steht Bernd Löwner, 64-jähriger Besitzer des Bootes, immer an Haupt- und Vorsegel entlang der Blick voraus. „Macht mal in Ruhe so weiter“, sagt Löwner schließlich zu den jungen Leuten in seinem Boot, „Steuerbord die Fähre – bis die hier ist, sind wir längst ganz woanders.“ Und Marlitt hat schnell Ruhe und Überblick zurückgewonnen; es ist immer noch keine Zehn. Ein sonniger Frühsommertag, willkommen auf der Kieler Förde. Einmal die Woche während der helleren Jahreszeit macht Bernd Löwner morgens im Sportboothafen Wik seine Nathurn für einen ungewöhnlichen Törn segelfertig, eine gut 30 Jahre alte, 7,32 Meter lange Slup mit Groß- und Vorsegel, der Mast knapp neun Meter hoch, Tiefgang 1,40 Meter. Löwner wird dann mit ehemaligen Drogenabhängigen über die Förde kreuzen.

Weiterlesen im aktuellen Heft

 

 

Kostenloser Kaffee für Bedürftige

Ingo Schaffenberg vom Lübecker Pflege-Zentrum mit Café-Leiterin Sabine Konietzny (Foto: Brandhorst).

„Suspended Coffee“ in Schleswig-Holstein – erste Adressen in Kiel und Lübeck

Es ist ein Solidarprinzip, das ursprünglich aus Italien stammt und über die USA kommend inzwischen immer häufiger auch in Deutschland Anwendung findet: Bei einem Café-Besuch bezahlen Kunden nicht nur ihren eigenen Kaffee, sondern lassen beliebig viele weitere auf eine Spendenliste setzen. Dort können sich dann bedürftige Menschen bedienen, ohne dass sie dafür etwas bezahlen müssen. Jetzt gibt es auch in Lübeck eine erste Adresse, wo auf diesem Weg Kaffee, aber auch andere Getränke und Essen gespendet werden können. Seit ein paar Wochen weist das Café Nazareth in der Travemünder Allee 21 mit Flyern auf diese „Suspended Coffee“ genannte Möglichkeit hin – auf für bedürftige Gäste bis zur Abholung aufgeschobene Café-Angebote.

Weiterlesen im aktuellen Heft

 

 

Bei Rot stoppen

Anti-Gewalt-Trainer Heiko Schmahl mit den Gefangenen Udo (li.) und Alegsan­dra in der JVA Lübeck. (Foto: Brandhorst).

Wie Straftäter in der JVA Lübeck lernen, künftig ohne Gewalt zu leben

Eher schüchtern wirkt der Gefangene, der da in einem Schulungsraum der Lübecker Justizvollzugsanstalt über sein Leben erzählt. 55 ist er inzwischen, äußerlich von fast schmächtiger Statur und so gar kein Kerl wie ein Baum. Und wenn er jetzt  erklären soll, warum er etliche Jahre seines Lebens im Knast verbracht hat, dann tauchen immer wieder zwei Begriffe auf – Aggressionen und Alkohol.
Seit seinem zwölften Lebensjahr gehörte Alkohol zu seinem ständigen Begleiter. Der Vater ein Alkoholiker, drei an ihrer Sucht inzwischen verstorbene Geschwister ebenfalls. „Wenn ich getrunken habe“, sagt der Gefangene heute, „werde ich immer aggressiv und bin ein ganz anderer Mensch.“

Weiterlesen im aktuellen Heft

 

 

„Als Verkäufer komme ich mir nicht nutzlos vor“

Christian „Erny“ Casper, 41, aus Flensburg warnt vor den Gefahren von Drogen

Gleich am Anfang das, was mir besonders am Herzen liegt: Finger weg von den Drogen! Ich rede darüber mittlerweile viel mit jungen Leuten und warne sie vor den Gefahren. Denn ich weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, was es bedeutet, mit Drogen in Berührung zu kommen. Seit ungefähr fünf Jahren verkaufe ich HEMPELS in der Flensburger Innenstadt. Diese Aufgabe hilft mir sehr, meinen Alltag zu gestalten. Ich lerne neue Leute kennen und habe eine sinnvolle Beschäftigung. Ich merke bei der Arbeit ganz einfach, dass ich als Mensch gebraucht werde und komme mir nicht so nutzlos vor. In den Jahren davor sind einige Dinge in meinem Leben nicht gut verlaufen. Schon als Elfjähriger habe ich das erste Mal Cannabis geraucht, mit Zwölf begann ich mit dem Konsumieren von Kokain und Heroin. Warum man schon als noch so junger Mensch mit Drogen in Kontakt kommt? Wenn ich das heute erklären könnte! Als Kind hatte ich jedenfalls viele Probleme mit meinen inzwischen verstorbenen Eltern, die beide Alkoholiker waren. Ich bin deshalb schon früh zu Hause abgehauen. 

Weiterlesen im aktuellen Heft

 

 

Alle Texte sind vollständig im aktuellen August-Heft zu lesen. Das Heft kann bei unseren landesweit mehr als 150 Verkäufer/innen erworben werden.