Werfen Sie einen Blick in die neue Juni-Ausgabe von HEMPELS!

Beim Straßenverkauf gelten für unsere Verkaufenden besondere Hygiene- und Abstandsregeln: Sie erhalten infektionshemmendes Schutzmaterial sowie die Möglichkeit, mit ausreichend Abstand zu ihren Kundinnen und Kunden einen kontaktlosen Verkauf anzubieten. Wie genau der kontaktlose Verkauf funktioniert, können Sie unter diesem Link nachlesen.

Passt schön

Kleidung soll schön sein und muss passen, das sehen wohl fast alle so. Ein Projekt aus Kiel möchte nun die Mode-Auswahl für Menschen im Rollstuhl erweitern

»Ballern?«, fragt Mona-Lisa Sell. Was sie meint: schnell noch vor dem Auto die Fahrbahn im Hamburger Schanzenviertel überqueren. Ihre Freundin Sophia Molter nickt. Mona-Lisa Sell packt die Griffe am Rollstuhl, holt Schwung und schiebt sie auf die andere Straßenseite. Einen Augenblick später braust das Auto an ihnen vorbei, und die beiden lachen.

Kennengelernt haben sie sich 2019 in einem Zentrum für Querschnittsgelähmte. Sophia Molter war Patientin, Mona-Lisa Sell ihre Physiotherapeutin. Nach der gemeinsamen Zeit im Klinikum blieben die Hamburgerinnen über Instagram in Kontakt und treffen sich mittlerweile mehrmals pro Woche. Häufiges Gesprächsthema etwa beim Kaffee auf Sophia Molters Balkon: Rolez – barrierefreie Kleidung.

Den Bericht über das Projekt können Sie in der aktuellen HEMPELS-Ausgabe nachlesen. Ihr Exemplar bekommen Sie ab Dienstag, 1. Juni, bei den Straßenverkaufenden Ihres Vertrauens!

»Hinzuverdienstgrenzen beim ALG II sind skandalös ungerecht«

FDP-Chef Christian Lindner fordert im Exklusivinterview auch eine Anpassung der Höhe des Minijobs. Das Gespräch ist Teil einer großen Interview-Reihe, in der 20 deutsche Straßenzeitungen vor der Bundestagswahl Fragen zu sozialen Themen an Berliner Politikspitzen stellen

Herr Lindner, Sie besitzen einen Porsche, eine Rennfahrerlizenz und einen Jagdschein, sind also ein gemachter Mann. Wir 20 Straßenzeitungen glauben, dass Sie trotzdem etwas mit obdachlosen Menschen gemein haben. Raten Sie mal, was.

Den Begriff »gemachter Mann« finde ich rätselhaft, denn er klingt für mich nach dem Zutun von anderen. Tatsächlich bestreite ich seit meinem 18. Geburtstag meinen Lebensunterhalt selbst, geschenkt hat mir niemand etwas.

Wir dachten an Folgendes: Viele wohnungslose Menschen beziehen staatliche Grundsicherung, Sie leben seit Ihrem 22. Lebensjahr von staatlichen Diäten. Allerdings reichen die Ihnen nicht: Sie haben allein in dieser Legislaturperiode mehr als 400.000 Euro dazu verdient. Wohlfahrtsverbände finden den Hartz-IV-Regelsatz auch zu niedrig und fordern eine Aufstockung auf 600 Euro. Gehen Sie da mit?

Mir können Sie solche zugespitzten Fragen gerne stellen. Aber auch eine Polizistin oder ein Krankenpfleger beziehen ihre Gehälter aus öffentlichen Mitteln. Es führt nicht weiter, wenn jede Tätigkeit, die sich aus Steuergeldern finanziert, mit Sozialleistungen verglichen wird. In der Sache bin ich dafür, dass sich die Höhe der Grundsicherung daran orientiert, welche Bedürfnisse bestehen und wie die Preise sich entwickeln. Das sollten Fachleute festlegen, das ist nichts für Wahlkampfversprechen. Viel wichtiger ist es mir, den Menschen zu erleichtern, sich durch eigenen Einsatz, Schritt für Schritt, aus einer Bedürftigkeit herauszuarbeiten. Ganz konkret halte ich die Hinzuverdienstgrenzen beim Arbeitslosengeld II für skandalös ungerecht.

Weiterlesen können Sie das Interview im Juni-Heft unseres Straßenmagazins!

Das Interview im Namen von 20 deutschen Straßenzeitungen – unter ihnen HEMPELS – hat Annette Bruhns geführt, Chefredakteurin von Hinz&Kunzt in Hamburg. Es ist Teil einer großen Gesprächsreihe mit Berliner Politikspitzen vor der Bundestagswahl im September. In den vergangenen Monaten waren bei uns bereits Grünen-Co-Parteichef Robert Habeck sowie SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz an der Reihe, kommenden Monat folgt CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

Fußball in reinster Form

Diesen Monat beginnt inmitten der Pandemie die um ein Jahr verschobene Fußball-Europameisterschaft. Wer den Sport in seiner ursprünglichen Ausprägung begreifen möchte, sollte auch woanders hinschauen

Wenn ab dem 11. Juni die Fußball-Europameisterschaft ausgetragen wird, dann geht es vor allem um viel Geld. Nichts könnte die Kommerzialisierung des Sports besser unterstreichen als zum einen die Tatsache, dass dieses ursprünglich schon im vergangenen Jahr geplante und wegen Corona zunächst verschobene Turnier unter weiter existierenden Pandemiebedingungen jetzt doch noch stattfindet. Und zum anderen, dass ein mit mittlerweile 24 Teams bestücktes Turnier wie schon ursprünglich geplant erstmals nicht nur in einem oder zwei Ländern ausgetragen wird, sondern in zehn verschiedenen europäischen Städten sowie einer asiatischen (Baku). Das Eröffnungsspiel findet in Rom statt, das Finale am 11. Juli in London. In München werden vier Partien ausgetragen. Alle Angaben sind der aktuelle Stand bei Redaktionsschluss.

Auch wenn das Bild vom Fußball als Sportart »des kleinen Mannes, der kleinen Frau« bis heute gepflegt wird – die großen Vereine haben längst ihre Rolle als Sozialstationen verloren. Die Verbindung mit der Lebenswirklichkeit des normalen Fans ist dort nur noch Mythos. In den großen Arenen – auch jetzt bei der Europameisterschaft – lieben es die Modefans komfortabel und akzeptieren jeden Ticketpreis. Im Mittelpunkt steht für sie das Event, das Erlebnis; der Sport selbst ist häufig nachrangig.

Wer Fußball noch in seiner reinsten Form erleben will, muss die Sportler beobachten, die ihn mit sprichwörtlich allen Mitteln betreiben. Die auf staubigen Straßen oder im Schnee kicken und das manchmal auch mit Flip-Flops oder barfuß. In unserer Juni-Ausgabe zeigen wir einige von Reuters-Fotografen festgehaltene Beispiele dafür und auch, dass Fußballplätze manchmal noch eine andere Funktion besitzen können.

Alle Fotos sowie weitere Meldungen und Berichte finden Sie in unserer Juni-Ausgabe – out now! Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Betrachten und bei der Lektüre!