Häufige Fragen zum dubiosen Straßenmagazin "Straße-Journal"29.04.16

In Hamburg und im südlichen Schleswig-Holstein wird seit Mitte April das dubiose Straßenmagazin "Straße-Journal" verkauft. Einige Käufer etablierter Straßenmagazine sind verunsichert. Wir beantworten die häufigsten Fragen.

Häufige Fragen zum Straße-Journal

Was ist passiert?

In Hamburg und im südlichen Schleswig-Holstein wird seit Mitte April das neue Straßenmagazin "Straße-Journal" verkauft. Es kommt bereits zu ersten Problemen mit alteingesessenen Verkäufern. Etablierte Straßenzeitungen wie HEMPELS oder Hinz&Kuntz sind besorgt.  Nicht nur wegen der Inhalte, die seriöse Straßenzeitungen in Verruf bringen könnten, sondern vor allem auch wegen der dubiosen Praktiken, die den alteingesessenen Verkäufer schaden können.

Wer steht hinter dem Straße-Journal?

Die Herausgeber sind in Hamburg mit dem Verein „Straßen-Journal Deutschland“ registriert, mit Sitz an der Schiffbrücke. Vorsitzender des Vereins „Straßen-Journal Deutschland“ ist der aus Bulgarien stammende Martin Sjirkov, sein Sohn Sefko Selyatinov arbeitet ebenfalls hier. In Rotterdam sollen die Herausgeber nach Medieninformationen ein ähnliches Magazin herausgeben.

Welche Inhalte findet der Leser?

Das Blatt enthält laut Hamburger Abendblatt aus dem Internet kopierte Texte sowie ohne Erlaubnis nachgedruckte Abendblatt-Artikel. Das Abendblatt kündigte an, Anzeige zu erstatten. Es handelt sich dabei unter anderem um aktuelle und historische Berichte über Hamburg und aus aller Welt sowie gemischte Themen.

Warum wehren sich etablierte Straßenzeitungen?

Straßenzeitungen arbeiten zusammen und respektieren gegenseitig ihre Bereiche. Es ist ein Gebietsschutz üblich, der die Straßenverkäufer vor dem Verdrängungswettbewerb bewahrt. Es kam in Hamburg bereits zu Schwierigkeiten zwischen den Verkäufern; deshalb ist Hinz&Kunzt mit den Behörden im Gespräch. In Schleswig-Holstein sind erste Straße-Journal-Verkäufer aufgetaucht.

Wie soll ich als möglicher Käufer reagieren?

Wer seriöse Straßenzeitungen und ihre Straßenverkäufer sowie die Projekte der Straßenzeitungen für randständige und bedürftige Menschen unterstützen möchte, ignoriert solche Magazine. 

Text: Hilke Ohrt