HEMPELS Strassenmagazin

Party für alle

Die Mitglieder eines Vereins aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde haben ein klares Ziel: Freizeitangebote schaffen für Menschen mit Handicap – und das auch außerhalb größerer Städte. Wir waren dabei, als der Verein zu seinem monatlichen Discoabend einlud

»Hoffentlich gefällt den Leuten meine Musikauswahl«, sagt Oliver, während er im Korb kramt, der an seinem Rollator befestigt ist. Dann nimmt er eine CD heraus und legt sie neben die Musikanlage. Der Rollator hilft Oliver beim Gehen; er dient aber auch als Transportmittel für sein DJ-Zubehör. Der 41-Jährige wohnt und arbeitet im Eiderheim Flintbek, einer Einrichtung für Menschen mit Handicap. Außerdem ist er DJ, also Discjockey, und legt bei Veranstaltungen Musik auf – seit 2010 schon. »Lampenfieber habe ich trotzdem noch vor jedem Auftritt.«

Die Disco, in der Oliver heute unter dem Künstlernamen DJ Olli auflegt, befindet sich im ersten Stock des Bordesholmer Bürgerhauses. An jedem letzten Freitag im Monat feiert hier der »Freizeitclub für Menschen mit und ohne Behinderung der Lebenshilfe Bordesholm-Nortorf«. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein klares Ziel: Die Mitglieder wollen Freizeitangebote schaffen für Menschen mit Handicap. Und zwar auch außerhalb größerer Städte. Mit diesem Ziel gründeten Angehörige 1967 den Verein – und darum geht es bis heute.

Foto: Peter Werner

Mehr vom Discoabend erfahren Sie in der neuen Ausgabe Ihrer HEMPELS. Unser Juni-Heft ist übrigens schon ab Freitag, 31. Mai erhältlich – wie immer nur bei den Straßenverkaufenden Ihres Vertrauens!

Kindermenü

Was essen Kinder in verschiedenen Teilen der Welt in einer Woche? Der US-Fotograf Gregg Segal hat es bildlich festgehalten. Und staunte darüber, dass in ärmeren Ländern häufig gesünder gegessen wird

Nach wie vor ist eine einfache, aber irreführende Vorstellung über unsere Ernährung weit verbreitet: Wer auf dieser Welt genug zu essen hat, ist gesund. Und wer kein Geld hat, hungert und leidet.

Zwar gibt es trotz des insgesamt wachsenden Wohlstands noch immer viele Menschen, die aufgrund von Armut hungern. Gemäß aktuellen Zahlen der UNO sind es weltweit 821 Millionen oder ein Neuntel der Weltbevölkerung. Neun Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Unterernährung, jede dritte Sekunde einer. Das ist viel. Viel zu viel.

Dass Wohlstand allein aber nicht ausreicht, damit wir uns gesund ernähren, zeigt die Arbeit des Fotografen Gregg Segal auf plastische Art und Weise. Der Amerikaner reiste um den halben Globus, um Kinder inmitten des Essens zu fotografieren, das diese in einer Woche zu sich nahmen. Herausgekommen ist eine Serie namens »Daily Bread« (auf Deutsch: tägliches Brot), in der man auf den ersten Blick erkennt, was auf unsere Teller kommt und was fehlt.

Text: Andres Eberhard (Freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Schweizer Straßenmagazin Surprise / INSP.ngo), Foto: Gregg Segal

Die tollen Fotos von Gregg Segal finden Sie in der Juni-Ausgabe Ihrer HEMPELS – out now!

 

Ein strahlendes Leben

Unser Alltag wird immer digitaler. Der damit verbundene Elektrosmog kann aber auch krank machen, sagen manche Menschen. Zu Besuch bei einer Betroffenen, die inzwischen Job und Wohnung verloren hat

Sabine Giesel sitzt in ihrem Erdgeschosszimmer auf dem Schlafsofa und zeigt mit einer Hand erst nach links, dann nach rechts. Zu den Wohnzimmern nach oben zeigt sie auch. »Manchmal verzweifel ich und mir kommen nur noch Tränen«, sagt sie. Dann weist sie durch das Zimmerfenster auch nach draußen auf die Nachbarhäuser, »überall hochfrequente Strahlung«.

57 Jahre alt ist Giesel, und würde man ihr an diesem Tag nicht in ihrem Zimmer begegnen, sondern zufällig in einem Café, könnte man denken, einer Beschäftigten aus irgendeinem Büro während der Mittagspause über den Weg gelaufen zu sein. Schwarze Stiefel, schwarze Hose, schwarzes Jäckchen und blaues Oberteil, die Brillenfassung mit hellen und dunklen Brauntönen – Giesel wirkt auf den fremden Besuch wie die Mitarbeiterin einer Unternehmensberatung, beispielsweise. Und das war sie ja auch mal, die studierte Betriebswirtin Giesel hat früher in einer Unternehmensberatung gearbeitet, bis sie 2012 arbeitsunfähig wurde. Giesel ist überzeugt, dass ihr Körper durch elektromagnetische Strahlung krank geworden ist.

Foto: Peter Werner

Diesen Bericht können Sie ab sofort in der neuen Ausgabe Ihrer HEMPELS nachlesen!