HEMPELS Strassenmagazin

Mit dir auch

Wenn Menschen mit und ohne Handicap zusammenarbeiten, fördert das nicht nur die Inklusion, es fordert von allen auch einen besonderen Umgang miteinander. Ein Besuch in einem ungewöhnlichen Restaurant.

 

Zwei Männer begutachten einen Berg von Rotkohl, der vor sich hinköchelt. Einer der Männer ist Küchenchef, der andere Beikoch. Zusammen sind sie für das Essen in einem Kieler Restaurant verantwortlich. So weit, so gewöhnlich.

 

Das Besondere ist ganz unscheinbar. Und leicht zu übersehen. Das Wort »Inklusion« ist fast nirgendwo im oder am Restaurant Freistil zu lesen. Es steht nicht etwa am Eingangsportal – wer es finden möchte, muss die Speisekarte sehr gründlich studieren. Dabei ist das Freistil genau das: ein inklusives Restaurant, in dem Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam kochen und servieren. »Wir wollen niemandem einen Stempel aufdrücken – sondern als Team zusammenarbeiten«, sagt Tade Assel, der 25-jährige Küchenchef. Etwa die Hälfte der 20 Mitarbeiter sind Menschen mit Handicap. Und die Zusammenarbeit gelingt. Inklusion findet statt – wird aber nicht hinausposaunt.

 

Foto: Heidi Krautwald

 

Diese Geschichte über das inklusive Restaurant können Sie in der Februar-Ausgabe von HEMPELS lesen.

 

 

 

 

 

»Man darf sich nicht aufgeben«

Die Zahl der Wohnungslosen steigt dramatisch, immer mehr Menschen leben auch im Winter obdachlos auf der Straße. Menschen wie der 45-jährige Günter.


Die vergangene Nacht war halbwegs in Ordnung, sagt Günter (Vorname verändert). In einer Kieler Tages-Aufenthaltsstätte für Wohnungslose sitzt er jetzt, neben dem Stuhl hat er seinen Rucksack abgelegt und in einem Schließfach zwei Schlafsäcke und eine Isomatte verstaut. »Einer der Schlafsäcke schützt bis minus zwanzig Grad«, sagt Günter, »aber vergangene Nacht waren es ja bloß um die Null.«


Seit mehreren Jahren lebt der inzwischen 45-Jährige auf der Straße. »Platte machen« nennen Menschen wie er ihre Lebensumstände. Jede Nacht draußen schlafen, im Sommer auch in einem Park unter freiem Himmel, jetzt im Winter wenigstens vor Regen oder Schnee geschützt in Ladeneingängen oder unter irgendwelchen anderen Vordächern. »Man passt auf, dass der kalte Wind nicht so sehr über einen hinwegpfeift«, sagt Günter, »dann hat man schon viel gewonnen.«


Foto: pexels.com


Weiterlesen können Sie diesen Artikel in der neuen HEMPELS, erhältlich beim Straßenverkaufenden Ihres Vertrauens.

 

 

 

 

 

Traum und Realität

Ein junger Designer aus Uganda kommt für einige Zeit nach Deutschland und ist überrascht: Auch hier sind viele Menschen obdachlos. Das hat ihn zu einer Illustration inspiriert.


Er kennt das Thema Obdachlosigkeit aus zwei Perspektiven: In den Straßen seiner Heimatstadt Kampala, der Hauptstadt von Uganda im Osten Afrikas, trifft er häufig obdachlose Menschen. »Dass es aber in einem reichen Land wie Deutschland auch viele Obdachlose gibt, hätte ich nicht für möglich gehalten«, sagt Joshua Mugume Mpuuga, 25 Jahre alt und von Beruf Designer.


Mugume Mpuugas Freundin lebt in Nordrhein-Westfalen. 2014 hat er sie während ihres Freiwilligendienstes in Uganda kennengelernt. Bei Besuchen in ihrer Heimat konnte er über mehrere Monate hinweg auch das Leben auf deutschen Straßen beobachten. Jetzt hat der Künstler eine Illustration designt, mit der er seine Impressionen aus Uganda und Deutschland bündelt. Die Illustration zeigt einen auf der Straße schlafenden Mann und dessen Träume.


Foto: Privat


Diesen und andere Artikel können Sie in der Februar-Ausgabe der HEMPELS lesen.