HEMPELS Strassenmagazin

Schön gemacht

Sie nennen sich Barber Angels, Friseur-Engel, und haben sich einer besonderen Aufgabe verschrieben: In ihrer Freizeit schneiden die Profis Obdachlosen kostenlos die Haare. Wir waren dabei

 

Der Mann zieht ein Portemonnaie aus seiner Hosentasche. »Darf ich dir zehn Euro geben?« Darf er nicht; Friseurin Kristina Tewes möchte kein Geld. Dann umarmt sie den Mann, dem sie eben die Haare geschnitten hat – »als Bezahlung akzeptiere ich nur eine Umarmung«. Tränen sammeln sich an seinen unteren Augenrändern, drohen herabzufallen. »Danke«, sagt er, ganz oft, während er den Raum verlässt, der eigentlich ein Speisesaal ist – und kein Friseursalon.

 

Der Speisesaal gehört zum TaKo. So wird der Tagestreff und Kontaktladen kurz genannt, den die stadt.mission.mensch in der Kieler Innenstadt betreibt. Auch wir von HEMPELS haben in dem Haus unsere Räume; viele unserer Verkäufer besuchen regelmäßig den TaKo und können dort wie andere wohnungslose oder arme Menschen essen und erhalten Unterstützung. Heute bekommen sie im TaKo auch einen neuen Haarschnitt, denn zu Besuch sind drei Barber Angels, auf Deutsch: Friseur-Engel. So nennen sich Friseurinnen und Friseure aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern, die Bedürftigen kostenlos Kopf- und Barthaare schneiden.

 

Fotos: Peter Werner

 

Den ganzen Bericht sowie viele Fotos vom Besuch der Barber Angels finden Sie ab Freitag, 1. Februar in der neuen HEMPELS – wie immer nur erhältlich bei den Straßenverkaufenden Ihres Vertrauens!

 

Die lange Reise einer Jeans

Sie gehört zu den beliebtesten Kleidungsstücken überhaupt. Rund zwei Milliarden Jeans gehen jährlich weltweit über die Ladentheken. Nur die wenigsten werden umwelt- und sozialverträglich produziert. Bevor sie bei uns in den Geschäften liegen, haben die meisten eine Weltreise hinter sich durch Länder, in denen Arbeitskräfte billig und Produktionskosten gering sind – mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt


Die Nachfrage ist gigantisch, die Preisspanne ebenfalls. So kostet die Fertigung einer in den USA hergestellten Luxusjeans des Labels True Religion 72,06 Dollar. Der Ladenpreis für den Verbraucher beträgt am Ende 310 Dollar. Die Kosten für die Herstellung einer Billigjeans in Bangladesch für den US-amerikanischen Handelskonzern Walmart belaufen sich auf lediglich 11,17 Dollar, obwohl dort noch die Verschiffung und Kosten wie Hafengebühren hinzukommen. Verkauft wird sie für 22,10 Euro – und das in Masse. (Zahlen aus 2016; Quellen: Friedrich Ebert Stiftung, Greenpeace, Forum Umweltbildung.)


Überflüssig zu erwähnen, dass Kleidung zu solchen Preisen nicht im Land produziert werden kann. Auch in Deutschland nicht, wo neun von zehn Kleidungsstücken aus Billiglohnländern wie China, Bangladesch, Indien, Pakistan oder Indonesien stammen.


Foto: Pixabay


Von der langen und folgenreichen Reise einer Jeans erfahren Sie in der Februar-Ausgabe Ihrer HEMPELS!

 

 

 

 

 

»Eine Wohnung ist der beste Schutz«

Auch in Schleswig-Holstein erleben Obdachlose politisch rechts motivierte Anfeindungen und Gewalt. Nur die wenigsten Vorfälle werden öffentlich


Im Herbst 2000 wurde der Obdachlose Malte Lerch auf den Schleswiger Königswiesen von zwei Neonazis brutal erschlagen. Er hatte dort zuvor mit den beiden Skinheads gemeinsam gezecht. Nach negativen Bemerkungen über die Neonazi-Szene fühlten sich seine beiden Begleiter beleidigt. Sie schlugen Lerch und traten mit ihren Stahlkappenstiefeln auf ihn ein. Anschließend haben sie ihr Opfer schwer verletzt zurückgelassen. Erst am folgenden Tag wurde die Leiche des Wohnungslosen von Passanten gefunden.


Die beiden Täter wurden vom Flensburger Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu jeweils sieben Jahren Haft verurteilt. Über das Leben von Malte Lerch ist nur wenig bekannt. Ähnlich sieht es auch bei vielen anderen Wohnungslosen aus, die in den letzten Jahrzehnten mit einer politisch rechten Motivation umgebracht wurden. Von einigen kennt man noch nicht einmal den Namen. Sicher ist dagegen, dass allein seit 1990 mindestens 40 wohnungslose Menschen in Deutschland umgebracht wurden, weil sie nicht dem Weltbild der Angreifer entsprochen haben.


Foto: Pixabay


Den ganzen Beitrag können Sie in der Februar-Ausgabe von HEMPELS lesen!