HEMPELS Strassenmagazin

In eigener Sache

HEMPELS hat am Dienstag, 5. Juni, mit sofortiger Wirkung den Verkauf der ursprünglichen Juni-Ausgabe (Nr. 266) eingestellt und wird ab Freitag, 8. Juni mit einer neuen Ausgabe erscheinen. Hintergrund sind presserechtliche Gründe. „Wir haben an dem Dienstag erfahren, dass Teile des Heftes aus presserechtlichen Gründen nicht weiter veröffentlicht werden durften“, sagt HEMPELS-Vorsitzender Jo Tein. „Daraufhin haben wir sofort reagiert und den Vertrieb des Heftes gestoppt. Es tut uns sehr leid, dass es zu diesem Irrtum gekommen ist. Wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder vorkommt."


Damit die HEMPELS-Verkäufer trotzdem im Monat Juni die Chance haben, ein Heft anzubieten und sich so etwas dazuverdienen können, hat die Redaktion die Ausgabe überarbeitet. „Die überarbeitete Version befindet sich bereits in Druck und sollte ab Freitag zur Verfügung stehen“, so Tein. „Wir bitten die Leser um Verständnis: Wegen der knappen Zeit hat die neue Ausgabe nur 32 Seiten.“


HEMPELS-Verkäufer, die noch über Ausgaben des ursprünglichen Heftes verfügen, können diese in ihren Verkaufsstellen gegen neue Ausgaben umtauschen.

 

 

 

 

 

Spitzenreiter mit Bindestrichen

Das kleine Dorf Hellschen-Heringsand-Unterschaar in Dithmarschen hat Deutschlands längsten Ortsnamen. Sie waren dort noch nie zu Besuch? Dann kommen Sie mit uns jetzt einfach mal mit.


Frau Erps ist auch gekommen. Ausgesprochen rüstig wirkt die 83-Jährige, gerade hat sie mitgeholfen, die Tische in dem kleinen Saal des Feuerwehrhauses mit Deckchen zu schmücken, am nächsten Tag wird sie sich hier mit den anderen Seniorinnen und Senioren aus dem Dorf zu Kaffee und Kuchen treffen. Wie immer werden dann unter anderem auch Frau Hansen, Frau Nagel-Sasse und Frau Giewat – 78, 70 und 68 Jahre alt – dabei sein, jetzt stellen sie für den nächsten Tag schon mal Gläser, Tassen und Teller auf die Deckchen. »Möchten Sie was trinken?«, lädt Frau Hansen den Reporterbesuch ein, »Mineralwasser vielleicht?« Und Frau Erps sagt: »Oder lieber einen kleinen Quittenlikör?«


Weil man später aber noch das Dorf erkunden will, und es ist ja auch erst halb zwölf und irgendwie noch Vormittag, verzichtet man lieber auf die eine Einladung und belässt es bei der anderen, beim Wasser. Der Herzlichkeit, mit der an diesem sonnigen Frühlingstag hier in Hellschen-Heringsand Unterschaar die Besucher von außerhalb begrüßt werden, fügt das zum Glück keinen Schaden zu, wie sich über den Tag zeigen wird.


Foto: Peter Werner


Mehr über die Menschen aus Hellschen-Heringsand-Unterschaar erfahren Sie in der neuen HEMPELS, erhältlich beim Straßenverkaufenden Ihres Vertrauens.

 

 

 

 

 

Das Spiel ist nie vorbei

Vom 14. Juni bis zum 15. Juli findet in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft statt. In einem Gastbeitrag beschreibt Arkady Tyurin, Chefredakteur der vor 24 Jahren in Sankt Petersburg gegründeten einzigen russischen Straßenzeitung »Put Domoi«, die Situation Obdachloser und die Bedeutung von Fußball als »Wundermittel sozialer Reintegration«.


Wir von »Put Domoi« (»Der Weg nach Hause«) haben weder Sponsoren noch staatliche Unterstützung, wir erwirtschaften unser gesamtes Geld selbst. So zu arbeiten ist unsere eigene Entscheidung – schließlich müssen wir bei uns selbst anfangen, wenn wir anderen beibringen wollen, über die Runden zu kommen. Neben dem Zeitungsverkauf editieren wir zum Beispiel Bücher oder arbeiten als PR- und Krisen-Manager für NGOs, die selbst noch nicht so viel Erfahrung haben wie wir.


Verkäufer haben wir nicht viele, kaum ein Dutzend. Alle sind entweder schon sehr alt, invalide oder haben psychische Probleme. Denn für gesunde und nüchterne Obdachlose ist es in Sankt Petersburg durchaus möglich, über kurz oder lang Arbeit zu finden, wenn auch illegale. Und diejenigen, die das nicht wollen, kommen mit Hilfe von wohltätigen Organisationen über die Runden, von denen sie Kleidung und Essen bekommen, welche sie dann zum Großteil wieder gegen Industriealkohol eintauschen.


Foto: Alexey Talipov


Diesen und andere Artikel können Sie in der Juni-Ausgabe von HEMPELS lesen.